TEASER №14: Prinzessin Mathilde von Sachsen

Mathilde von Sachsen — Foto: Hoffotograf Otto Mayer

Bunte Blätter der Königlichen Hoheit

Szenen aus dem Hofleben: Kutscher, Knechte und Haiducken

Aus unserer Redaktion. — Dresden, 8. März 2021

Statt Politik heute einmal schöne Bilder aus Sachsen bester Zeit. Prinzessin Mathilde von Sachsens „Bunte Blättern vom sächsischen Hof“ zeigen heitere Eindrücke vom Schlosshof und der Terrasse in Pillnitz, die sonnenbeschienene Wasserfläche der Elbe und die gediegene Atmosphäre im Pratersaal des Residenzschlosses zu Dresden. Die Personen auf ihren Bildern sind nicht die Herrschenden und ihre obersten Höflinge, sondern Kutscher und Wagenhalter, Portier und Offiziant, Haiducken, ein Gondelier und der Hoftrompeter im Interimsanzug, ein Reitknecht, der Leibjäger und die Köche in der Königlichen Hofküche in Pillnitz.

Mathilde Marie Auguste Viktorie Leopoldine Karoline Luise Franziska Josepha von Sachsen (* 19. März 1863 in Dresden; † 27. März 1933 ebenda) war eine sächsische Prinzessin. Sie war das dritte Kind von König Georg von Sachsen und seiner Gemahlin Maria Anna von Braganza und Sachsen-Coburg und Gotha, Infantin von Portugal. Sie war die ältere Schwester des letzten sächsischen Königs Friedrich August III. von Sachsen. Mathilde soll zehn Sprachen beherrscht haben soll, darunter Sorbisch.

Nach den Plänen ihres Vaters sollte Mathilde mit Kronprinz Rudolf von Österreich-Ungarn verheiratet werden, dieser ehelichte jedoch Prinzessin Stephanie von Belgien.

Auch Erzherzog Franz Ferdinand von Österreich-Este, der spätere österreichische Thronfolger, lehnte es aus Liebe zu Sophie Chotek von Chotkowa ab, die sächsische Prinzessin zu heiraten, was das Verhältnis zwischen dem Königreich Sachsen und Österreich verstimmte. Die Situation entspannte sich erst, als der junge Erzherzog Otto Franz Joseph von Österreich eine Schwester Mathildes, die Prinzessin Maria Josepha von Sachsen heiratete. Aus dieser Verbindung entstammte der österreichische Kaiser Karl I.

Zwischen 1890 und 1901 hatte Prinzessin Mathilde Unterricht bei dem Dresdner Maler und Illustrator Alfred Diethe genommen. In den danach folgenden Jahren malte sie mehrere Landschaftsbilder und Szenen vom Hofleben in Pillnitz. 24 davon wurden als großformatige Drucke bei Römmler & Jonas verlegt. Weitere Gemälde erschienen auf Postkarten zu wohltätigen Zwecken. In der Nebelschützer Kirche St. Martin hängt ein von Mathilde gefertigtes Heiligenbild des Martin von Tours.

Mathilde starb unverheiratet am 27. März 1933 mit 70 Jahren. Sie ist in der Neuen Gruft der Katholischen Hofkirche in Dresden beigesetzt.

DIE QUELLE

Bunte Blätter vom Sächsischen Hof, 24 Dreifarbenblätter nach Originalölgemälden Ihrer Königlichen Hoheit Mathilde, Herzogin zu Sachsen, zum Besten des Maria-Anna-Kinder-Hospitals, Dresden: Römmler und Jonas, ca. 1905. Reproduktionen: Bert Wawrzinek

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