Dr. Reinhard Günzel stellt den Roman von Ralf M. Ruthardt vor
von Ralf Schutt
Dilemma des modernen
bürgerlichen Widerstands
»Das laute Schweigen des Max Grund« ist kein Heldenepos, aber Zeitdokument der Agonie, die Staat und Gesellschaft erfaßt hat.
Aus unserer Redaktion. — Dresden, 5. Januar 2025
Von Dr. REINHARD GÜNZEL | In dieser Chronik eines Mannes wird das Dilemma des modernen bürgerlichen Widerstands in einer „inversen Demokratie“ seziert, wo der Staat nicht mehr die Pluralität der Meinungen schützt, sondern die Grenzen des sagbaren setzt. Der Held Max Grund versucht in einer kafkaesken Welt des staatlich gewünschten Einheitsdenkens, von einer breiten, zivilgesellschaftlichen Bewegung willig angenommenen, den „aufrechten Gang“.
Max Grund ist kein Revolutionär, sondern ein erfolgreicher mittelständischer Unternehmer. Er steht zunächst für die „schweigende Mehrheit“ im Lande, einer Mehrheit, für die der Staat weniger das kälteste aller Ungeheuer ist, als vielmehr ein Teil von ihnen selbst, etwas, was sie mit geschaffen haben und womit sie sich identifizieren können. So nimmt es nicht wunder, wenn er beiläufig erwähnt, daß er 2015 die ersten in Deutschland ankommenden Syrer begrüßt und unterstützt hat.
Doch Max Grund ist Unternehmer und Unternehmer sind, wollen sie erfolgreich sein, darauf angewiesen, Tatsachen zur Kenntnis zu nehmen, sie ideologiefrei zu bewerten und danach zu handeln. So bleibt es nicht aus, dass es in Max Grunds Kopf immer stärker zu rumoren beginnt. Lange Zeit findet Max’ Widerstand gegen die anschwellenden Zumutungen nur in seinem Kopf statt. Er analysiert die Absurditäten der Pandemie-Politik, der Energiewende und der medialen „Haltungs-Vorschriften“. Fassungslos muß er zusehen, wie ökonomische Gesetze auf dem Altar einer ideologiegetriebenen Transformation geopfert werden.
Schließlich und endlich kann Max nicht mehr anders, er entscheidet sich, die „Bühne“ zu suchen und fängt an, seine Meinung offen zu artikulieren – gegen den Stachel zu löcken, gegen den Strom von Gendersprache, Klimahysterie und Staatsgläubigkeit. Doch schon eckt er an, denn der Staat, der sich moralisch überlegen gibt, greift am Ende doch zu den altbekannten autoritären Mitteln im Umgang mit unerwünschter Kritik.
Max Grund ist das Symbol für den naiven Glauben, man könne mit Vernunft gegen einen Staatsapparat argumentieren, der sich längst von der Realität entkoppelt hat. Das Buch ist ein Zeitdokument der Agonie, die Staat und Gesellschaft erfaßt hat.
Ruthardt zeigt uns keinen Heldenepos, sondern eine forensische Untersuchung des bürgerlichen Niedergangs.
Er hat sicher keine Glaskugel, doch gegen Ende des Buches nehmen die Vorgänge um Max Grund einen Verlauf, dem sich einige Monate nach Fertigstellung des Manuskripts ein bekannter Medienwissenschaftler auch stellen mußte.
Unbedingt lesenswert!
DER BUCHAUTOR
Ralf M. Ruthardt, geboren 1967, ist Diplom Betriebswirt (FH) und seit über 25 Jahren als Unternehmer tätig. Er beschäftigte sich mit Innovationen zur Automatisierung von Geschäftsprozessen - unter anderem basierend auf künstlicher Intelligenz. Ruthardt gründete erfolgreiche mehrere Start-Ups und war in innovativen Unternehmen als Vorstand bzw. Geschäftsführer tätig. Die aktuellen gesellschaftspolitischen Herausforderungen in Deutschland sieht Ruthardt als Herausforderung und leistet mit seinen Publikationen einen Beitrag zu einem konstruktiven Diskurs. Der Roman „Das laute Schweigen des Max Grund“ ist maximal aktuell und lässt die Mitte der Gesellschaft zu Wort kommen. Ralf M. Ruthardt versteht sich als Dialog-Pionier: Er deeskaliert komplexe Situationen, ob in Projekten oder in anderen Kontexten. Seine lösungs- und konsensorientierte Kommunikationsstärke ist gefragt.
DAS BUCH
Ralf M. Ruthardt: Das laute Schweigen des Max Grund. Roman. 212 Seiten. Edition PJB (2023) — Zum Amazon-Angebot mit Leseprobe ⋙ Link
DER VORTRAG
Unsere nächste Veranstaltung: Vortrag von Ralf M. Ruthardt »Im Windschatten der Narrative« — Mittwoch, 14. Januar 2026 — Der Impulsvortrag im KulturHaus Loschwitz beleuchtet, wie politische und mediale Narrative zunehmend vernunftbasierte Diskurse verdrängen. Ruthardt zeigt auf, wie Angst, Schweigespirale und Deutungsmacht zur Bedrohung freiheitlicher Grundwerte werden. Der Vortrag schlägt eine Brücke zur Österreichischen Schule und ruft zur kritischen Reflexion und zum Perspektivenwechsel auf. Wir hoffen auf rege Teilnahme und freuen uns auf Sie und weitere interessierte Bekannte, die Sie gern mitbringen können. Anmeldung und alle Informationen ⋙ Link
DER REZENSENT
Dr. Reinhard Günzel ist Dipl.-Physiker im Ruhestand. Ab 2016 versammelte er libertär gesinnte Mitstreiter zu monatlichen Treffen, aus denen dann unser Hayek-Verein Dresden e. V. hervorging, dessen Vorsitzender er ist. Folgen Sie ihm auf Telegram: https://t.me/opakalypse Seine Kolumne erscheint bei Freiheitsfunken (Link).