Zur Buchvorstellung mit Nickolas Emrich: »Der Preis unserer Toleranz«

von Ralf Schutt

Foto: Autorenbild und Cover Deutscher Wirtschaftsbuch Verlag (Montage)

Der deutsche Rechtsstaat hat
seine Schutzfunktion eingebüßt

Warum ein Mentalitätswandel notwendig ist, um Vertrauen in Institutionen und echte Chancengleichheit wiederherzustellen

Aus unserer Redaktion. — Dresden, 10. Juni 2026

Zum 29. Juni 2026 haben wir den Unternehmer, Buchautor und stellvertretenden Vorsitzenden der Hayek-Gesellschaft, Nickolas Emrich, zu einer Veranstaltung eingeladen. (Nähere Infos und Hinweise zur Kartenbestellung hier: Link). Nachfolgend zitieren wir einige Abschnitte aus dem Verlagstext zur Einstimmung auf die Buchvorstellung.

»In Deutschland wird soziale Gerechtigkeit häufig mit finanziellen Umverteilungsprogrammen, Transferleistungen und Förderpaketen gleichgesetzt. Doch eine entscheidende Grundlage gesellschaftlicher Fairness wird dabei regelmäßig übersehen: Sicherheit.

Ohne verlässliche öffentliche Ordnung, ohne Schutz vor Gewalt, Vandalismus und alltäglicher Kriminalität verlieren gerade jene Menschen am meisten, die nicht über Status, Geld oder Privilegien verfügen. Innere Sicherheit ist deshalb kein Randthema der Politik, sondern die Voraussetzung für echte Chancengleichheit – und zwar weit entscheidender als die üblichen Almosen der Sozialpolitik.

Die Schwächsten werden zu Verlierern

Dieses Buch zeigt, warum eine konsequente, klar definierte Zero-Tolerance-Strategie keine Frage von Härte oder Symbolpolitik ist, sondern ein Gebot der Gerechtigkeit. Es beschreibt, wie der Rechtsstaat durch jahrelange Bagatellisierungstendenzen, Täterromantik und Überregulierung seine Schutzfunktion zunehmend einbüßt – und wie dadurch ausgerechnet die Schwächsten zu Verlierern werden.

Es wird deutlich, weshalb moderne Gesellschaften nicht durch immer neue Gesetze, sondern durch eine konsequente Anwendung bestehender Regeln gerechter werden – und warum ein Mentalitätswandel notwendig ist, um Vertrauen in staatliche Institutionen wiederherzustellen.

Ein Plädoyer für eine Politik, die Gerechtigkeit neu denkt – von ihrer wichtigsten Grundlage aus: der Sicherheit.

Mechanismen unserer Gesellschaft verstehen

Nickolas Emrich – ein Mann, dessen Werdegang sich liest, als hätte er mehrere Leben in eines gepackt. Sein Lebenslauf ist das Drehbuch eines Mannes, der die Extreme sucht, um die Mechanismen unserer Gesellschaft im Kern zu verstehen. Ob als erfolgreicher Franchisenehmer, engagierter Polizist oder Bestseller-Autor: Emrich verbindet Welten, die auf den ersten Blick kaum unterschiedlicher sein könnten, und schöpft daraus eine seltene Tiefe an Wissen und Erfahrung. Aufgewachsen im brodelnden Berlin-Kreuzberg der 1990er Jahre, zwischen deutsch-türkischem Kiez und zwei Schuljahren im sonnigen Puerto de la Cruz auf Teneriffa, entwickelte er früh ein Gespür dafür, dass das Leben zu kurz ist, um sich mit einer einzigen Welt zu begnügen.

Schon als Schüler moderierte Emrich eine Radiosendung und sammelte beim Businessplanwettbewerb Berlin-Brandenburg erste Erfahrungen – ein Fingerzeig auf das, was kommen sollte. Nach seinem Studium der Rechtswissenschaft zog es ihn direkt in die Praxis. Im Jahr 2011 wagte er mit einem auf gesunde Systemgastronomie spezialisierten Unternehmen den Schritt ins Franchising. Was folgte, war kein behutsames Ausprobieren, sondern ein konsequenter Aufbau: Er gründete mehrere Franchise-Standorte in Berlin, Hamburg und Kiel. Nachdem er seine Geschäfte erfolgreich etabliert und verkauft hatte, gründete er eine Franchiseberatung. Aber dann folgte der Schritt, den niemand erwartet hatte. Aufhören, wenn es am schönsten ist – das war Emrichs Überzeugung, als er sich noch mitten aus seinem laufenden Unternehmen heraus bei der Berliner Polizei bewarb.

Er durchlief die Ausbildung, trat seinen Dienst auf der Alexwache an – der Vorzeigewache der Hauptstadt –, arbeitete danach als Ermittler im Kommissariat und unterrichtete schließlich selbst an der Polizeiakademie. Ein Unternehmer im Beamtenapparat: scharfsinnig, unbequem, unübersehbar. Als die Diskrepanzen zwischen seinem Unternehmergeist und der Denkkultur der Behörde nach über sieben Jahren zu groß wurden, verließ er die Polizei – freiwillig, ohne Groll, aber mit einem Buch voller ungeschönter Wahrheiten im Gepäck.

Zehn Bücher decken ein breites Spektrum ab

All das mündet in ein Werk, das seinesgleichen sucht. Emrich hat zehn Bücher veröffentlicht, die ein breites Spektrum abdecken: von der Franchisewirtschaft über die Rechtswissenschaft bis hin zu gesellschaftlichen Grundsatzfragen. Sein Buch „Gier nach Privilegien“ wurde auf Anhieb zum SPIEGEL-Bestseller – und trifft einen Nerv, weil es nicht von jemandem geschrieben wurde, der über das System nachgedacht hat, sondern von jemandem, der mittendrin war: als Unternehmer, als Beamter, als Bürger.

Selbst danach war seine Neugierde noch nicht gestillt: Nach seinem Bestseller erfüllte er sich einen weiteren Kindheitstraum: Er verbrachte fast ein Jahr bei den Berliner Verkehrsbetrieben und fuhr die U-Bahnlinien 1 bis 4, während er an seinem nächsten Buch arbeitete. Diese einzigartige Mischung aus unternehmerischem Scharfsinn, intellektueller Tiefe, juristischem Sachverstand, absoluter Authentizität und dem ungeschönten Blick aus dem echten Leben macht Emrich zu einer Stimme, der man zuhört – weil er die Systeme nicht aus dem Elfenbeinturm heraus kritisiert, sondern sie von der Pike auf gelebt und entschlüsselt hat. Er ist ein Experte, der nicht nur die Theorie beherrscht, sondern die Praxis von Grund auf kennt – und dabei nie den Blick für das Menschliche verliert.« (Verlagstext)

DAS BUCH

Nickolas Emrich: Der Preis unserer Toleranz: Warum innere Sicherheit die neue soziale Gerechtigkeit ist. 176 Seiten. Deutscher Wirtschaftsbuch Verlag, Neuburg an der Kammel (Erscheinungstermin ‏: ‎ 21. Juli 2026) Link