Bericht zur Buchvorstellung mit Nickolas Emrich
von Ralf Schutt
Der Preis unserer Toleranz
Sehr detaillierte und praxisnahe Aufforderung: Der Staat muss seine Kernaufgabe, den Schutz der Bürger, wieder ernst nehmen.
Aus unserer Redaktion. — Dresden, 1. Juli 2026
»Ohne verlässliche öffentliche Ordnung, ohne Schutz vor Gewalt, Vandalismus und alltäglicher Kriminalität verlieren gerade jene Menschen am meisten, die nicht über Status, Geld oder Privilegien verfügen. Innere Sicherheit ist deshalb kein Randthema der Politik, sondern die Voraussetzung für echte Chancengleichheit – und zwar weit entscheidender als die üblichen Almosen der Sozialpolitik.«
— Verlagstext zum Buch von Nickolas Emrich: »Der Preis unserer Toleranz«
Von Dr. REINHARD GÜNZEL | Am 29. Juni 2026 war Nickolas Emrich, stellvertretender Vorsitzender der Friedrich A. von Hayek-Gesellschaft, zu Gast im Kulturhaus Loschwitz. In einem kenntnisreichen Vortrag stellte er sein neues Buch »Der Preis unserer Toleranz – Warum innere Sicherheit die neue soziale Gerechtigkeit ist« (Deutscher Wirtschaftsbuch Verlag) vor. Der Abend bot den zahlreich erschienenen Gästen wertvolle Impulse zu einem der drängendsten Themen unserer Zeit.
Ein Autor mit außergewöhnlichem Hintergrund
Nickolas Emrich (Jahrgang 1987) bringt eine seltene Kombination aus praktischer Erfahrung und intellektueller Schärfe mit: Als ehemaliger Polizist (u. a. am Alexanderplatz in Berlin und Fachlehrer an der Polizeiakademie), erfolgreicher Unternehmer im Franchise-Bereich, Jurist (Bachelor of Laws) und Mediator (Master of Mediation) sowie SPIEGEL-Bestseller-Autor („Gier nach Privilegien“) versteht er es meisterhaft, Theorie und Praxis zu verbinden. Als stellvertretender Vorsitzender der Hayek-Gesellschaft steht er für eine liberale, rechtsstaatliche und freiheitsorientierte Position.
Innere Sicherheit als neue soziale Gerechtigkeit
Das zentrale Anliegen des Buches und des Vortrags ist die Einsicht, dass Sicherheit und körperliche Unversehrtheit ein sehr bedeutsamer Bestandteil der Sozialpolitik sein müssen. Ohne ein Mindestmaß an innerer Sicherheit sind Bildung, gesellschaftliche Teilhabe und sozialer Aufstieg für viele Bürger – vor allem die Schwächsten, die auf den öffentlichen Raum angewiesen sind – nicht möglich. Emrichs These: „Innere Sicherheit ist die neue soziale Gerechtigkeit.“ Der Staat muss seine Kernaufgabe, den Schutz der Bürger, wieder ernst nehmen. Konsequente Durchsetzung geltender Regeln (Zero Tolerance) ist dabei kein Ausdruck von Härte, sondern von Fairness gegenüber allen, die sich an die Regeln halten. Diese Erkenntnis steht im klaren Gegensatz zu jahrzehntelangen Narrativen bestimmter linksliberaler Kreise, die Kriminalität vor allem als Folge sozialer Ungleichheit oder „struktureller Probleme“ sehen und damit die individuelle Verantwortung der Täter sowie die Notwendigkeit konsequenter Sanktionen systematisch relativieren.
Konkrete Vorschläge – umsetzbar mit geltendem Recht
Emrich beschrieb sehr detailliert und praxisnah, welche Veränderungen notwendig sind, um der anwachsenden Kriminalität wirksam zu begegnen. Seine Vorschläge sind allesamt mit den jetzigen rechtlichen Mitteln von Polizei und Justiz umsetzbar – es braucht kein neues Gesetz, sondern ein Umdenken und eine konsequentere Anwendung der rechtlichen Mittel. Die derzeitige Praxis der weitgehenden Milde und ersatzlosen Einstellung von Verfahren ist das Ergebnis einer ideologisch geprägten Strafrechtspolitik, wie sie in weiten Teilen des linken Spektrums vertreten wird: Täterrechte und „soziale Ursachen“ werden über den Schutz der Opfer und der Allgemeinheit gestellt. Dies hat die polizeiliche Arbeit systematisch entwertet und das Vertrauen in den Rechtsstaat untergraben.
Einige Gedanken aus dem Vortrag von Nickolas Emrich:
Einstellung von Ermittlungsverfahren
Diese sollte künftig immer nur gegen Auflagen erfolgen, da dies den Täter diszipliniert und die Ernsthaftigkeit des Rechtsstaats unterstreicht. Die heutzutage übliche ersatzlose Einstellung durch die Staatsanwaltschaften ist ein klassischer Ausdruck jener verfehlten, von linken Ideologien beeinflussten Praxis, die den Täter schont und die Opfer im Stich lässt.
Kleinkriminalität und Bagatelldelikte
Statt jedes Delikt isoliert zu behandeln und mit der heutzutage üblichen Einstellung des Verfahrens durch die Staatsanwaltschaften die gesamte polizeiliche Ermittlungsarbeit zu entwerten, sollten bei wiederholtem Fehlverhalten mehrere Vorfälle (z. B. 10 oder 20 Bagatelldelikte, denn es sind sehr oft die gleichen, polizeibekannten Täter) zusammengefasst und als schweres Fehlverhalten sanktioniert werden. Ein tragisches Beispiel: Der Täter, der zwei Fahrgäste tötete, war zuvor bereits im ICE auffällig geworden – ohne dass dies Konsequenzen hatte.
Missbrauch des Gastrechts
Die Prinzipien gelten grundsätzlich für alle Täter. Bei ausländischen Straftätern, die das Gastrecht missbrauchen, können hier zusätzlich Ausweisung oder der Entzug von Sozialleistungen als wirksame Instrumente eingesetzt werden.
Umdenken: Vom Täter zum Opfer
Ein besonders wichtiger Appell Emrichs war der Ruf nach einem Paradigmenwechsel: Weg von der einseitigen Fokussierung auf die Täter und deren Resozialisierung, hin zu einer stärkeren Beachtung des Leids der Opfer. Diese werden in der Regel zu Zufallsopfern, während der Täter die Initiative hat und den Rechtsstaat herausfordert, mithin dessen Sanktionen wissentlich in Kauf nimmt. Diese Täterzentrierung, die Kriminelle häufig als „Opfer der Gesellschaft“ oder als Produkt vermeintlich „struktureller Ungerechtigkeiten“ darstellt und individuelle Verantwortung relativiert, ist ein charakteristisches Merkmal linker Kriminalpolitik der letzten Jahrzehnte. Sie hat zu einer gefährlichen Erosion der Rechtskultur geführt, in der die Rechte der Täter über die Sicherheit der Bürger gestellt werden. Emrich fordert das Gegenteil: Der Rechtsstaat muss klar Position beziehen und die Bürger schützen, die sich an die Regeln halten. Nur so kann das Vertrauen in die Institutionen zurückgewonnen und die anschwellende Kriminalität zurückgedrängt werden.
Ein Buch, das jeder lesen sollte
„Der Preis unserer Toleranz“ ist ein pointiertes, faktenbasiertes und menschliches Plädoyer für klare Regeln, konsequente Durchsetzung und einen Staat, der seine wichtigste Aufgabe – den Schutz seiner Bürger – wieder ernst nimmt. Es ist kein Buch der Hysterie oder des „früher war alles besser“, sondern ein realistischer Weckruf mit konkreten, umsetzbaren Vorschlägen – ein deutliches Gegenwort zu der von linken Eliten in Politik, Justiz und Medien lange propagierten Kultur der übertriebenen Toleranz, die letztlich die Schwächsten am härtesten trifft.
Wir empfehlen das Buch allen Mitgliedern und Interessierten wärmstens zur Lektüre. Es bietet nicht nur theoretische Einsichten, sondern auch praxisnahe Lösungsansätze aus der Erfahrung eines ehemaligen Polizisten.
Der Abend mit Vortrag und Diskussion war ein voller Erfolg und hat gezeigt, wie wichtig der offene und sachliche Diskurs über innere Sicherheit und Rechtsstaatlichkeit ist – ganz im Sinne der Werte, für die der Hayek-Verein Dresden e.V. steht.
DER REFERENT
Nickolas Emrich – ein Mann, dessen Werdegang sich liest, als hätte er mehrere Leben in eines gepackt. Ob als erfolgreicher Franchisenehmer, engagierter Polizist oder Bestseller-Autor: Emrich verbindet Welten, die auf den ersten Blick kaum unterschiedlicher sein könnten, und schöpft daraus eine seltene Tiefe an Wissen und Erfahrung. Nachdem er mehrere Franchise-Unternehmen erfolgreich aufgebaut und verkauft hatte, gründete Emrich zunächst eine Franchiseberatung. Doch anstatt sich auf seinen Erfolgen auszuruhen, schlug er ein völlig neues Kapitel auf und wechselte in den Polizeidienst – ein Schritt, der seine Perspektive auf Gesellschaft und Recht nochmals entscheidend prägen sollte. Seine vielseitigen Erfahrungen und kritischen Einblicke verarbeitet Emrich in seinen Büchern. Sein Buch, Gier nach Privilegien wurde auf Anhieb zum SPIEGEL-Bestseller. Diese einzigartige Mischung aus unternehmerischem Scharfsinn, juristischem Sachverstand und dem ungeschönten Blick aus dem Polizeialltag machen Emrich zu einer Stimme, der man zuhört. Er ist ein Experte, der nicht nur die Theorie beherrscht, sondern die Praxis von Grund auf kennt – und dabei nie den Blick für das Menschliche verliert. (Verlagstext)
DAS BUCH
Nickolas Emrich: Der Preis unserer Toleranz: Warum innere Sicherheit die neue soziale Gerechtigkeit ist. 176 Seiten. Deutscher Wirtschaftsbuch Verlag, Neuburg an der Kammel (Erscheinungstermin : 21. Juli 2026) Das Buch ist im Buchhandel (⋙ Link) sowie direkt beim Deutschen Wirtschaftsbuch Verlag erhältlich (ISBN 978-3-69066-278-9). Weitere Informationen zum Buch und zum Autor unter ⋙ Link
DER BERICHTERSTATTER
Dr. Reinhard Günzel ist Dipl.-Physiker im Ruhestand. Ab 2016 versammelte er libertär gesinnte Mitstreiter zu monatlichen Treffen, aus denen dann unser Hayek-Verein Dresden e. V. hervorging, dessen Vorsitzender er ist. Folgen Sie ihm auf Telegram: https://t.me/opakalypse Seine Kolumne erscheint bei Freiheitsfunken (Link).